Doppeltop: die M-Formation erkennen und traden

Doppeltop GrafikWiderstandNackenlinieZiel
BärischTyp: UmkehrformationenZuverlässigkeit: MittelZeiteinheiten: 1H bis Wochenchart

Auch bekannt als: M-Formation · Doppelhoch · Double Top

Ein Doppeltop ist eine bärische Umkehrformation, die entsteht, wenn der Kurs zweimal ungefähr dasselbe Hoch erreicht, mit einem moderaten Rücksetzer dazwischen – es entsteht ein „M“. Bestätigt ist die Formation, wenn der Kurs unter dem Tief zwischen den beiden Hochs schließt, der sogenannten Nackenlinie. Das signalisiert, dass die Käufer den Widerstand nicht überwinden konnten und der Aufwärtstrend vorbei sein könnte.

Es ist eine der am einfachsten zu erkennenden Umkehrformationen – und genau deshalb wird es oft zu früh gesehen.

So sieht die Formation aus

Nach einer längeren Rallye erreicht der Kurs ein Hoch und setzt zurück. Die Käufer kommen zurück und treiben den Kurs wieder ungefähr auf dasselbe Niveau, wo erneut Verkäufer einsteigen. Das zweite Scheitern, gefolgt von einem Fall durch das Rücksetzer-Tief, vollendet das M. Die beiden Hochs wirken als Widerstand, das Tief dazwischen ist die Nackenlinie.

Der zeitliche Abstand zwischen den beiden Hochs zählt. Hochs, die nur ein paar Kerzen auseinanderliegen, sind meist bloß Rauschen; gut verteilte Hochs zeigen einen echten zweiten Test des Widerstands.

So erkennst du es

  1. Vorheriger Aufwärtstrend. Ein Doppeltop kehrt einen Anstieg um.
  2. Erstes Hoch. Der Kurs bildet einen Hochpunkt und setzt spürbar zurück.
  3. Tief. Das Rücksetzer-Tief wird zur Nackenlinie.
  4. Zweites Hoch. Der Kurs steigt wieder ungefähr bis zum ersten Hoch und scheitert.
  5. Bruch nach unten. Eine Kerze schließt unter der Nackenlinie.
  6. Optionaler Retest. Der Kurs kehrt von unten zur Nackenlinie zurück und wird abgewiesen.

So tradest du es

Einstieg. Der sauberste Auslöser ist ein Schlusskurs unter der Nackenlinie. Aggressive Trader gehen manchmal schon am zweiten Hoch short, wenn eine bärische Kerze wie ein Shooting Star erscheint – dieser Trade entsteht aber, bevor die Formation existiert, und scheitert häufiger.

Stop. Eine übliche Invalidierung liegt knapp über dem höheren der beiden Hochs. Nach einem Retest nutzen manche Trader einen engeren Stop über dem Retest-Hoch.

Kursziel (Measured Move). Miss die Höhe von den Hochs bis zur Nackenlinie und ziehe sie von der Nackenlinie ab.

Rechenbeispiel: Ein Index-Future markiert zweimal ein Hoch bei rund 5.200, die Nackenlinie liegt bei 5.050. Die Höhe beträgt 5.200 − 5.050 = 150 Punkte. Nach einem Schlusskurs unter 5.050 liegt das Kursziel bei 5.050 − 150 = 4.900. Mit einem Stop bei 5.215, knapp über den Hochs, riskierst du 165 Punkte für mögliche 150 – ein Verhältnis unter 1:1. In diesem Fall verbessert das Warten auf einen Retest von 5.050 mit einem Stop bei 5.110 das Verhältnis auf etwa 2,5:1. Rechne deine eigenen Zahlen mit dem CRV-Rechner und dem Positionsgrößen-Rechner durch.

Das Beispiel zeigt, warum ein Doppeltop oft einen Retest oder einen Plan für Teilverkäufe braucht, damit es sich lohnt: Der Stop über den Hochs kann weit vom Einstieg entfernt liegen.

Bestätigung: Volumen, RSI, Sentiment

  • Volumen. Geringeres Volumen am zweiten Hoch als am ersten deutet auf schwächere Käufe hin. Steigendes Volumen beim Bruch der Nackenlinie erhöht die Überzeugungskraft.
  • RSI. Ein tieferes RSI-Hoch am zweiten Kurshoch (bärische Divergenz) ist ein häufiges unterstützendes Indiz.
  • Sentiment. Ein zweiter Vorstoß zum Hoch geht oft mit selbstbewussten Schlagzeilen einher. Bleibt die Stimmung bullisch, während der Kurs zweimal stockt, verdient das Setup Aufmerksamkeit – aber das Sentiment allein bestätigt nichts.

Häufige Fehler

  • Jedes Paar von Hochs zum Doppeltop erklären. Ohne Bruch der Nackenlinie ist es eine Seitwärtsphase, und viele „Doppeltops“ lösen sich nach oben auf.
  • Hochs zu nah beieinander. Zwei Hochs, die nur wenige Kerzen auseinanderliegen, haben selten viel Aussagekraft.
  • Flaches Tief. Ist der Rücksetzer zwischen den Hochs winzig, ist das Kursziel zu klein, um einen Trade darauf zu planen.
  • Das Chance-Risiko-Verhältnis ignorieren. Wie das Beispiel zeigt, kann ein Stop über den Hochs den Trade unattraktiv machen.
  • Gegen einen starken Trend kämpfen. In einem kräftigen Aufwärtstrend führt ein Bruch der Nackenlinie vielleicht nur zu einem kurzen Rücksetzer.

Vorsicht bei Statistiken

Das Doppeltop ist häufig und wird breit beobachtet – das macht es nützlich, aber auch anfällig für Fehlausbrüche nach unten. Seine Zuverlässigkeit schwankt je nach Markt und Zeiteinheit, und keine genannte Erfolgsquote sollte man für bare Münze nehmen. Am besten nutzt du es als Rahmen, um dein Risiko festzulegen. Vergleiche es mit dem Dreifachtop, der Schulter-Kopf-Schulter-Formation und seinem bullischen Spiegelbild, dem Doppelboden.

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Bildungsinhalt – keine Anlageberatung.

Aktualisiert

Häufige Fragen

Ist ein Doppeltop bullisch oder bärisch?

Ein Doppeltop ist bärisch. Es entsteht nach einem Aufwärtstrend, wenn der Kurs zweimal am selben Widerstand scheitert, und ist bestätigt, sobald der Kurs unter dem Tief zwischen den beiden Hochs schließt.

Wie bestätigt man ein Doppeltop?

Die Formation ist erst bestätigt, wenn der Kurs unter der Nackenlinie schließt, also unter dem Tief zwischen den beiden Hochs. Bis dahin sind zwei ähnliche Hochs einfach ein Widerstand.

Wie berechnet man das Kursziel eines Doppeltops?

Miss den Abstand von den Hochs bis zur Nackenlinie und ziehe ihn von der Nackenlinie ab. Hochs bei 70 und eine Nackenlinie bei 56 ergeben zum Beispiel ein Ziel um 42.

Müssen beide Hochs eines Doppeltops exakt auf demselben Kurs liegen?

Nein. Die Hochs sollten ungefähr gleich hoch sein, oft innerhalb weniger Prozent. Auch ein zweites Hoch leicht über dem ersten kann ein gültiges Doppeltop bilden.

Was unterscheidet ein Doppeltop von einem Dreifachtop?

Beim Dreifachtop wird der Widerstand dreimal statt zweimal getestet, bevor der Kurs nach unten ausbricht. Logik und Kursziel nach Formationshöhe sind gleich.

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